Zander vs. Deutsch Normalmaß (DNM) – Welche Beute soll ich wählen?
Der Einstieg in die Imkerei beginnt meist mit einer zentralen Frage: Welche Beute ist die richtige?
In Deutschland gehören Zander und Deutsch Normalmaß (DNM) zu den am weitesten verbreiteten Beutensystemen. In der modernen Praxis spricht man dabei fast immer von den Dr.-Liebig-Versionen, die als besonders robust, standardisiert und langlebig gelten.
In diesem Artikel konzentrieren wir uns bewusst auf Holzbeuten, da sie in der Praxis die natürlichste Klimaregulierung bieten und bei Hobby- und Nebenerwerbsimkern besonders beliebt sind.
1. Grundunterschiede zwischen Zander und DNM
Beide Systeme sind Magazinbeuten, bei denen mehrere Zargen übereinandergestapelt werden. Die wesentlichen Unterschiede liegen in den Rähmchenmaßen und den Außenmaßen der Zargen.
Zander-Beute (Dr.-Liebig-Version)
-
Rähmchenmaß ca. 477 × 220 mm
-
große Wabenfläche pro Rähmchen
-
weit verbreitet in Süddeutschland
-
ideal für Imker, die weniger, aber größere Rähmchen bevorzugen
DNM-Beute (Dr.-Liebig-Version)
-
Rähmchenmaß ca. 395 × 220 mm
-
leichteres Rähmchen, kompaktere Zargen
-
besonders beliebt in Nord- und Mitteldeutschland
-
sehr einsteigerfreundlich
2. Vergleich der Rähmchen (Liebig-Standard)
Tabelle 1 – Unterschiede zwischen Zander- und DNM-
| Merkmal | Zander (Liebig) | DNM (Liebig) | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Oberträger-Länge | 477 mm | 395 mm | wichtigste Unterscheidung |
| Unterträger-Länge | 420 mm | 370 mm | proportional zur Brutraumgröße |
| Ohrenlänge | 20 mm | 10 mm | Zander leichter zu greifen |
| Rähmchenhöhe | 220 mm | 220 mm | identisch |
| Maß der Mittelwand | 395 × 190 mm | 347 × 190 mm | Zander deutlich größere Fläche |
| Benötigte Rähmchenanzahl | weniger | mehr | beeinflusst Arbeitsaufwand |
3. Außenmaße der Zargen (Zander, DNM10, DNM12)
In allen gängigen Holzbeuten beträgt die Zargenhöhe 227 mm (von vielen Herstellern auf 230 mm gerundet).
Tabelle 2 – Vergleich der Zargenmaße
| System | Außenmaß (mm) | Rähmchenanzahl | Kompatibilität |
|---|---|---|---|
| Zander | 520 × 420 × 227 | 10 | Standard |
| DNM 10 | 465 × 420 × 227 | 10 | kompakt & leicht |
| DNM 12 | 520 × 420 × 227 | 12 | voll kompatibel mit Zander |
Warum ist DNM12 kompatibel mit Zander?
DNM12 nutzt dieselben Außenmaße wie Zander und ermöglicht dadurch das Stapeln beider Systeme.
Die 12 schmaleren DNM-Rähmchen passen durch eine Warmbau-Ausrichtung in dieselbe Grundfläche.
4. Warmbau vs. Kaltbau – kurz erklärt
-
Warmbau: Die Rähmchen stehen parallel zum Flugloch.
-
Kaltbau: Die Rähmchen stehen quer zum Flugloch.
Es handelt sich lediglich um eine Ausrichtungsfrage, nicht um eine andere Konstruktion.
5. Einzelteile der Beute – bei beiden Systemen nahezu identisch
Unabhängig davon, ob man Zander oder DNM nutzt, sind folgende Komponenten baugleich:
-
Dach (Holz oder Blech)
-
Innendeckel / Abdeckplatte
-
Futterzargen (Rahmen-, Boden-, oder Deckelfütterer)
-
Bienenflucht
-
Boden (geschlossen oder mit Gitter)
-
Belüftungselemente und Flugkeile
Der einzige Unterschied liegt in der Außenlänge der Zargen, da diese an die Rähmchenbreite angepasst ist.
Alles andere funktioniert identisch.
6. Gewicht & Handhabung
-
Zander Honigzarge voll → 30–35 kg
-
DNM10 Zarge → etwas leichter
-
DNM12 → ähnlich schwer wie Zander
-
Beide Systeme sind mit Flachzargen deutlich rückenschonender
7. Holz oder Styropor?
Holzbeuten
-
natürliche Feuchtigkeitsregulierung („atmend“)
-
sehr langlebig
-
deutlich weniger Kondensation im Winter
Styroporbeuten
-
hervorragende Wärmedämmung
-
sehr leicht
-
schneller Frühjahrsaufbau
-
Nachteil: Styropor speichert Feuchtigkeit und kann Kondensation begünstigen → unbedingt auf gute Belüftung achten!
8. Praktische Vor- und Nachteile beider Systeme
Zander – Vorteile
✓ große Wabenfläche → weniger Rähmchen
✓ lange Ohren → leichteres Arbeiten
✓ sehr verbreitet im Süden
✓ kompatibel mit DNM12
Zander – Nachteile
✗ schwerere Zargen
✗ in DNM-Gebieten manchmal unpraktisch
DNM – Vorteile
✓ leichte Zargen (DNM10)
✓ kompakter Brutraum
✓ weit verbreitet bei Vereinen
✓ ideal für Anfänger
DNM – Nachteile
✗ kleinere Wabenfläche → mehr Rähmchen
✗ kürzere Ohren → etwas anspruchsvoller
✗ schnellerer Brutraum-Füllstand → früher erweitern nötig
Da Zander-Rähmchen etwas größer sind und mehr Wabenfläche bieten, hat sich in der Praxis rund um das Zander-System eine größere Vielfalt an Zargenvarianten und Zusatzkomponenten entwickelt. Dadurch gibt es für Zander deutlich mehr Konfigurationsmöglichkeiten, die an unterschiedliche Betriebsweisen angepasst werden können.
Zu den gängigen Erweiterungen gehören:
-
Vertikale und horizontale Flachzargen (Halbzargen)
-
2/3-Zargen
-
Flachzargen für Honigräume
-
Spezielle Zander-Aufsätze und Zusatzmodule
Diese Varianten ermöglichen eine sehr flexible Gestaltung des Honigraums – je nach gewünschter Arbeitshöhe, Rückenbelastung oder der Menge an Honig, die geerntet wird. Viele Berufsimker schätzen diese Vielfalt, weil sich das System damit exakt auf die eigene Betriebsweise abstimmen lässt.
Beim DNM-System ist die Auswahl traditionell etwas begrenzter. Üblicherweise findet man:
-
DNM-Flachzargen
-
DNM 1,5-Zargen (erweiterte Brutraumzargen)
Diese Varianten decken jedoch die meisten Bedürfnisse hobby- und nebenberuflicher Imker vollständig ab. Welche Zusatzkomponenten sinnvoll sind, hängt immer von der persönlichen Betriebsweise, der körperlichen Belastbarkeit und den Zielen des Imkers ab – etwa ob der Schwerpunkt auf Honigertrag, einfacher Handhabung oder minimalem Materialaufwand liegt.
9. Welche Beute ist ideal für Anfänger?
Beide Systeme sind zu 100 % imkergeeignet.
Die Entscheidung hängt von deinen Prioritäten ab:
-
möchtest du weniger Rähmchen → Zander
-
möchtest du leichtere Zargen → DNM10
-
möchtest du Zander-Kompatibilität & 12 Rähmchen → DNM12
-
möchtest du passende Hilfe im Verein → nutze das System deines regionalen Imkervereins
Am wichtigsten:
Bleibe bei einem System, um spätere Kosten und Umstellungen zu vermeiden.
Holzbeuten & Zubehör im Shop
Verschiedene Holzbeuten, Zargen, Rähmchen und Zubehörteile – in mehreren Qualitäts- und Preiskategorien – findest du in unserem Shop:
BienenPiraten.de